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Ein schöner Tag in Bremen….. Ich war unterwegs auf der Autobahn, Richtung Bremen. Es lagen noch 215 km vor mir und als wenn sich die Geschichte der  Entstehung Bremens wiederholen sollte, so war der Himmel trübe und bewölkt, schaute drohend auf mich herunter, um mich  dann ca. 200 km mit heftigstem Dauerregen zu begleiten. Ich hoffte nur, dass mein Besuch nicht gar zu feucht ausfiel und  wenigstens an einem der drei Tage die Sonne etwas durchkommen würde. Geschichtlich wurde Bremen im achten Jahrhundert das erste Mal schriftlich erwähnt. In der Zeit begann Frankenkönig Karl  der Große mit der Missionierung des Bremer Umlandes. Um 787 ließ sich Willehad in der damals noch sehr bescheidenen  Siedlung Bremen nieder. 845 wurde das Erzbistum von Hamburg nach Bremen verlegt und Ansgar führte von hier aus seine  Missionierung weiter fort. Im August 965 erhielt Bremen vom Kaiser Otto I. das Markt-, Münz- und Zollrecht. Bremen wurde  zum größten Bistum der damaligen Welt. Aber erst ab dem 13. Jahrhundert florierten die Geschäfte der Kaufleute. Sie  wurden immer selbstbewusster und der Einfluss der Kirche nahm immer mehr ab. Im August 1358 wurde Bremen - nicht ganz  freiwillig und zu schlechten Bedingungen - Hansestadt. Nur so ließ sich ein bewaffneter Konflikt mit anderen Hansestädten  vermeiden. Im 16. Jahrhundert erfolgte dann die Reformation. Der damalige Erzbischof Christoph musste Bremen verlassen,  das Franziskaner- und das Dominikanerkloster mussten geschlossen werden. Nun folgte eine kulturelle und wirtschaftliche  Blütezeit. Der neue Stadthafen "Die Schlachte" wurde 1580 angelegt und 1646 wurde Bremen zur freien Reichsstadt  erhoben. Als 1806 das Deutsche Kaiserreich aufgelöst wurde, nannten sich Bremen, Lübeck und Hamburg nicht mehr  "Kaiserliche Freie Reichs- und Hansestädte" sondern "Freie Hansestädte". 1871 wurde Bremen als "Freie Hansestadt" ein  Bundesstaat des neu gegründeten Deutschen Reiches. Und so ist es mit einer Unterbrechung noch heute das kleinste  Bundesland der BRD. So weit nun meine kleine geschichtliche Exkursion der "Freien Hansestadt Bremen", deren gesamte Umfang natürlich ganze  Bücher füllt. Ich wende mich jetzt einmal der Gegenwart zu und berichte aus der Sichtweise einer Touristin, wie ich Bremen  bei doch noch herrlichstem Sonnenschein erleben durfte. Wie es sich für einen anständigen Besucher von Bremen gehört, steuerte ich als erstes den berühmten Markplatz mit seinem  so unverkennbaren Rathaus an. Fast alles dort mutet sehr altertümlich an, aber nur das Rathaus, der steinerne Roland und  der Dom haben den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. Mittelpunkt des Marktplatzes ist der große steinerne Roland, der  dort seit 1404 steht und trotzig zum Dom schaut. Er ist das  Symbol städtischer Bürgerfreiheit und wehrhafter Wachsamkeit  gegenüber den Feinden dieser Freiheit, dem Bistum. Jetzt wendete ich meinen Blick dem wohl schönsten Bauwerk  von Bremen zu, dem Rathaus. Er wurde 1405 bis 1407 als  spätgotischer Backsteinbau errichtet. Im 17. Jahrhundert wurde  das Äußere den Repräsentationsbedürfnissen der Ratsherren  angepasst und zeigt sich heute noch mit seiner wunderschönen  Weser-Renaissance-Fassade. Gehe ich jetzt links am Rathaus vorbei erblicke ich ganz hinten  versteckt die kleinen berühmten „Bremer Stadtmusikanten“. Das  Märchen selber ist schon uralt aber erst durch die Gebrüder  Grimm so richtig bekannt geworden. Es symbolisiert in Tiergestalt  die leidenden Menschen, die es sich nicht erlauben konnten,  offen Kritik zu üben. Wieder auf dem Marktplatz stehend wende ich meinen Blick weiter nach links zu den Giebelhäusern. Im ersten Augenblick  faszinieren sie durch ihr altes anmutendes Erscheinungsbild, sind aber komplette Nachkriegsbauten, teilweise auch aus  Teilen von Altstadtbauten, die anderswo dem Abriss zum Opfer fielen. Weiter nach links drehend schaue ich auf einen weiteren Prachtbau "Dem Schütting". Es steht praktisch Aug in Aug mit dem  Rathaus und wurde 1587 als ein selbstbewusstes Symbol einer zu Reichtum und politischer Macht gekommenen  Kaufmannschaft erstellt. Zum damaligen Zeitpunkt schmückender und eleganter als das Rathaus selbst. Heute ist das Haus  Sitz der Handelskammer und des edlen Kaufmannsclubs „Club zu Bremen". Er hat hier seine Räumlichkeiten, welche nur  sehr wenige und auserlesene Damen betreten dürfen. Die Herren bleiben lieber unter sich. Rechts neben dem Schütting führt eine kleine Gasse zur Böttcherstraße. Schon früher eine sehr wichtige Verbindung vom  Markt zur Weser ist sie heute eine Kunstgasse, deren Entstehung dem Großkaufmann Ludwig Roselis zu verdanken ist.  Nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Böttcherstraße zu verfallen drohte, kaufte der Vorgenannte das Haus Nr. 6, ein  altes Packhaus und begann eine einmalige künstlerische Umgestaltung eines kompletten Straßenzuges. Im Dritten Reich fast  wieder zerstört wurde es als "Mahnmahl entarteter Kunst" dennoch erhalten und ist somit heute ein bedeutender touristischer  Anziehungspunkt. Schon der Eingang mit dem goldbronzierten Relief "Der Lichtbringer" hat etwas Einmaliges. Bauherren,  Bildhauer, Expressionisten konnten sich hier austoben und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Teilweise haben die kleinen  Vorhöfe schon etwas grottenhaftes und man sollte ein wenig Zeit mitbringen, um alles zu entdecken.  Wieder auf dem Marktplatz und den Blick weiter nach links gewendet fiel mir ein moderner Kontrast auf, das "Haus der  Bürgerschaft". Es wurde in der Zeit von 1963 und 1966 gebaut. Ich war ja schon erstaunt, wie viele es als passend  eingegliedert und funktional empfanden. Ich persönlich mochte es nicht. Meiner Meinung nach hätte etwas mehr  Rekonstruktion des zerstörten Hauses besser gepasst. Aber so halt jedem das seine.   Groß und wuchtig nahm mich dann aber der St. Petri-Dom mit seinen 98 m hohen Türmen in seinen Bann. Hier wurde ich  Zeuge einer sonderbaren Begebenheit: dem "Domtreppenfegen". Zwei Junggesellen, die ja nun unverheiratet ihren  dreißigsten Geburtstag erlebten, mussten jetzt unter dem Gejohle ihrer Bekannten und Verwandten eine mit Kronenkorken  übersäte Domtreppe fegen. Jedes mal, wenn sie meinten, fast fertig zu sein, rannte einer durch den mühselig  zusammengefegten Haufen und die Arbeit begann von vorn. Ob sich irgendwann eine Schöne (früher sprach man von  Jungfrauen ... *sfg*) aus der Menge gefunden hatte, diese beiden mit einem Kuss von ihrer Arbeit zu befreien? Ich weiß es nicht, denn mein Weg führte rechts am Dom vorbei Richtung Gerichtsgebäude mit seiner gelblichen  Ziegelfassade und einem riesigen Innenhof. Gebaut in der Zeit von 1892 bis 1895 und erweitert in der Zeit von 1902 bis  1906. Alles total ineinander verschachtelt und einzelne Gebäude mit überdachten, teilweise vergitterten Brücken verbunden,  gab einem sofort das Gefühl, hier etwas ganz wichtiges vor sich zu haben.  Weiter führte mich der Weg über den Stavendamm (beheizte Stube) Richtung "Schnoor", einer Straße, an der wie an einer  langen Schnur die Häuser aneinander gereiht sind. Am alten Gasthof Kaiser Friedrich (1635) vorbei kam ich an einen  Brunnen, der im ersten Moment etwas seltsam anmutete. Waren da doch zwei Dicke, Männlein und Weiblein, auf engstem  Raum in einem Fass. Dann wusste ich aber, dass sie an die mittelalterlichen Badestuben erinnern sollen. Regelrechte  Brutstätten der Sittenlosigkeit sollen sie ja gewesen sein und das war auch das erste was man dachte, wenn man die beiden  da so sah.   Am Anfang vom Schnoor ist das Cafe Tölke. Gestärkt mit einer Wiener Melange und einem warmen Apfelstrudel mit  Vanillesauce ging es durch die engen Gassen, teilweise auch in kleine romantische Innenhöfe, die durch noch engere  Gassen zu weiteren Innenhöfen führten. Hier sollten aber Personen aber 100 kg Lebendgewicht überlegen, ob sie weiter  gehen, denn Abschürfungen an Ellenbogen oder Hüften sind evtl. vorprogrammiert. In so einem Innenhof steht auch das  Hochzeitshaus, dem kleinsten Hotel der Welt.  Da jetzt die Sonne so richtig durchkam zog es mich aus diesen engen Gassen hin zum Wasser, zum Hafen von Bremen, der  Schlachte. 1580 wurde dieser Hafenbereich zusätzlich angelegt, da die Balge nicht mehr ausreichte. Heute kann man hier  am Ufer der Weser langschlendern, historische Schiffe bewundern und mit Ausflugsdampfern die Außenbereiche vom Hafen  erkunden. Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Seele erfrischen, öffnen die Restaurants und Biergärten ihren Pforten und  man hat den Eindruck, ganz Bremen ist unterwegs zum flanieren .  Ich flanierte mit und war einfach nur zufrieden und freute mich, so einen wunderbaren Abschluss meines Ausfluges durch  Bremen zu bekommen.   
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2009 Bremen