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Quedlinburg   im Oktober 2003 Wir waren eingeladen worden, diese kleine Stadt für zwei Tage zu erleben. Es sollte ein Treffen der besonderen Art werden,  denn selbst der "Bulle von Tölz" hielt sich in diesen zwei Tagen dort auf und beglückte uns, wenn auch nur für einen kurzen  Moment, mit seiner Anwesenheit.  Quedlinburg bietet ein völlig unverfälschtes 1000 Jahre altes Stadtbild mit 1200 Fachwerkhäusern. Dies führte dazu, dass  die Stadt am 16. Dezember 1994 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Sie steht somit in der  gleichen Liste wie die Pyramiden von Gizeh, die Tempel der Inkas oder die große chinesische Mauer. In Quedlinburg stand  die Wiege der deutschen Nation: Im Jahr 919 trugen die deutschen Stämme dem jugendlichen Herzog Heinrich von  Sachsen die Königskrone an: er war als Heinrich I. der erste deutsche "Reichsgründer". Quedlinburg war seine bevorzugte  Residenz und auch seine Nachfolger wussten sie zu schätzen.  Diesen Ort kann man eigentlich nicht mit wenigen Worten beschreiben. Ich will es auch erst gar nicht groß versuchen. Zu  viel hat er zu bieten und zu viel gibt es dort anzusehen. Ich kann nur empfehlen, einfach dort mal hinzufahren und zu  gucken. Dieses Städtchen ist mit seinen engen Gassen und zum großen Teil frisch renovierten Häusern richtig romantisch. Quedlinburg liegt vor den Höhenzügen des nördlichen Harzvorlandes.  Die Bode, der größte Fluss des Harzes bildet dort ein ca. 2 km breites  fruchtbares Flusstal. Heute leben dort ca. 25000 Einwohner und die  Stadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des gleichnamigen  Landkreises. Es wird mit Recht auch als Kaiserstadt bezeichnet. Es ist  nachgewiesen, dass von der Zeit Heinrichs I. an bis zur Mitte des 12.  Jahrhunderts der Königshof unterhalb des Burgberges von allen  deutschen Städten die meisten Reichstage und Versammlungen der  deutschen Könige und Kaiser sowie Kirchenfürsten dieser Zeit sah. Wir liefen über das wahrscheinlich noch ursprünglich erhaltene  Kopfsteinpflaster zum Aufgang des Schlosses. Durch ein enges Tor  gelangten wir zu dem Burghof und standen vor der Stiftskirche St.  Servatii. Die Kirche ist eine dreischiffige, flach gedeckte, romanische  Basilika mit 12 Säulen und 4 Pfeilern, welche die 12 Apostel und 4  Evangelisten symbolisieren. Diese Kirche hat in ihrer langen Geschichte  schon so einiges erleben müssen. Gutes und weniger Gutes. Zu den  weniger Guten gehörte die Zeit des Nationalsozialismus.  Hier wurde sie zu einer Weihestätte, da der Reichsführer der SS den  gleichen Vornamen hatte wie der vor tausend Jahren verstorbene  König, nämlich Heinrich. Nach 1945 war in Quedlinburg die  amerikanische Besatzungsmacht. Der Anfang der 40er Jahre  ausgelagerte Domschatz wurde von einem Amerikaner entdeckt und in  Teilen nach Texas geschickt. Lange Zeit galt er als verschollen, konnte  aber nach dem Teile des Schatzes auf dem Kunstmarkt auftauchten,  durch Privatinitiative und mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder wieder  nach Deutschland zurückgeführt werden, was Deutschland ca. 3  Millionen Dollar kostete. Aber noch heute zählt er zu den bedeutendsten Schätzen neben den von Aachen und Halberstadt. Neben der Kirche steht das Quedlinburger Äbtissinnen-Schloss im Stil der Renaissance und diente einem freiweltlichen  Damenstift als Unterkunft. Die wohl berühmteste Pröpstin war die Gräfin Aurora von Königsmark (von 1662 bis 1728). Sie  galt als eine der schönsten und geistreichsten Frauen in ihrer Zeit. Zur Äbtissin wurde sie nie gewählt, weil sie als Mätresse  des sächsischen Kurfürsten August des Starken ihm einen Sohn schenkte, der später der berühmte Marschall von  Frankreich, Moritz von Sachsen, wurde. Ich glaube, das Leben dieser Damen in ihrem Stift war schon recht Interessant und  ich sollte mich näher damit beschäftigen. Aber das mache ich später, privat, so für mich. Geht man um das Schloss herum kann man von den Terrassen des Schlossgartens aus die Häuser erkennen, welche sehr  eng an den Schlossberg gebaut wurden. Teilweise sind sie sehr schmal und zur Straßenseite keine 3 Meter breit und dann  erkennt man wieder sehr prunkvolle Bürgerhäuser mit reicher Fachwerkornamentik. Oft hab ich mich gefragt, warum gerade  die schmalen Häuser, die teilweise frei stehen, nicht umkippen. Der Anblick hatte schon etwas Seltsames und verlangt von  jedem einzelnen Bewohner dieser Wohnungen bestimmt viel Improvisationsvermögen.   Nach so viel Kultur pur ging es für uns alles runter vom Schlossberg  zum Marktplatz direkt zum Brauhaus. Alle hatten sie uns empfohlen,  ja von dem echten Quedlinburger Bier zu probieren, von dem  "Pubarschknall". Als echter Tourist kommt man dieser Aufforderung  natürlich nach. Es war schon ein Geschmackserlebnis der  besonderen Art. Jeden weiteren Kommentar verkneife ich mir. Was aber allen schmeckte, waren die selbst gebackenen Kuchen in  einem sehr kleinen Café direkt am Marktplatz. Hier war es so richtig  heimelig, fast wie bei Oma zu Hause. Mit frischem Kaffee und  Kuchen im Bauch ließ sich natürlich noch so einiges entdecken.  Das alles hier zu beschreiben, würde den Rahmen des Berichtes  sprengen und ich empfehle einfach als kleinen Vorgeschmack sich  unsere selbst gemachten Fotografien anzusehen. Hier kann man, denke ich, schon ganz gut die verschiedenen Stile  der Fachwerkhäuser erkennen. Ich kenne keinen Ort, wo so viele  Fachwerkhäuser in so vielen verschiedenen Bauweisen so eng  aneinander stehen. Das resultiert wohl aus dem Glücksumstand, dass diese Stadt nie völlig zerstört wurde oder großflächig  niederbrannte. Da gibt es den "Gotischen Stil" bis etwa 1534, den "Niedersächsischen Stil" von 1535 bis ca. 1620, den  "Barocken Stil", auch "Quendlinburger Sonderstil" genannt von 1621 bis ca. 1750 und dann noch den "Klassizismus" und  "Verfall" von 1751 bis ca. 1830. Noch vor wenigen Jahrzehnten soll es ca. 3000 Fachwerkbauten gegeben haben, die sich dann aber in den 70er und 8Oer  Jahren auf ca. 1300 reduzierten. Ich persönlich kann nur hoffen, dass diese Stadt in der jetzigen Form erhalten bleibt, dabei  aber nicht zu einer Art "Rothenburg" mutiert, zu keiner Museumsstadt wird, die nur noch durch den Tourismus leben kann.  Ich wünsche ihr, dass die Damen und Herren, die dort das Sagen haben, es verstehen, sie als etwas besonders zu erhalten  und ihre Quirligkeit dabei nicht verloren geht.
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2003 Quedlingburg